wandschmuck basel

„hier entsteht in den nächsten wochen über die komplette fläche eine wandgestaltung“ oktober 2019

In letzter Zeit haben wir uns Mühe gegeben unsere persönliche Meinung so gut wie möglich für uns zu behalten. Aber bei gewissen Themen können und wollen wir das einfach nicht. Sei dies bei politischen Dingen (ja, es gibt hier in der Stadt Maler die „Nationalstolz“ unter ihre Bilder malen und den Background mit Schweizer Kreuzen ausschmücken..) oder bei der Vergabe von Auftragsarbeiten (in einer Stadt in der es immer weniger geduldete oder sogar „legale“ Stellen hat (was Basel Tourismus jedoch nicht daran hindert Teile der illegal entstandenen Bilder für ihre Zwecke auszuschlachten)…

Heute möchten wir auf jeden Fall mal gerne unseren Senf zum Thema „Artstübli-Auftragsarbeiten“ zum besten geben (und ja, uns ist bewusst dass es sich dabei nur um unsere persönliche Meinung handelt, jeder von Euch kann dieses Thema sehen wir er/sie möchte.. Jede(r) kann auch für sich entscheiden ob er/sie sich unsere Meinung überhaupt antun mag). Aber uns stört es massiv dass immer mehr Wände (eigentlich so gut wie immer sogenannte „Unorte“) zuerst gereinigt und danach von Künstlern im „Auftrag“ des Artstüblis umgestaltet werden. Hier fliesst eine Menge Geld (jedoch wahrscheinlich trotzdem zu wenig in die Taschen der Künstler?) und definitiv auch eine gehörige Portion „Politik“ mit.

Wir haben definitiv ein Problem damit wenn „Institutionen“ wie das Artstübli sich an einem Teil der „Kultur“ bereichern indem sie den eigentlichen Ursprung des Ganzen verteufeln und zu einem gewissen Teil verleugnen (oder zumindest nicht den Finger heben wenn es getan wird). Wir sind der Meinung dass es einem Artstübli sehr gut stehen würde sich einmal wirklich kritisch selbst zu hinterfragen (einige werden jetzt denken dass dies auch auf uns zutreffen würde.. Und ja, ist uns bewusst). Solche Auftragsarbeiten sind im Normalfall nichts anderes als kunstvoller Anti-Graffiti-Schutz. Inklusive Schutzlackanstrich etc. Diese Aussage geht auch nicht gegen die Künstler die sich für solche Projekte einspannen lassen (das können wir zu einem gewissen Punkt nachvollziehen und wir schätzen einige von ihnen auch sehr. Obwohl wir auch hier finden dass etwas mehr hinterfragen nötig wäre) sondern vielmehr gegen die „Institution“ Artstübli an sich.

Das Artstübli entscheidet zum jetzigen Zeitpunkt schon fast alleine (natürlich in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber) was in unserer Stadt gemalt werden darf. Wir sind der Meinung dass eine solche „Institution“ in dieser Funktion eine gewisse Verantwortung gegenüber der Stadt und den hier ansässigen Writern hätte. Leider ist dies scheinbar überhaupt nicht der Fall. Es wird einfach ausschliesslich auf sich selbst (und auf das eigene Portemonnaie) geschaut und dementsprechend gehandelt. Dies von einer Person die ihren Arsch noch nie selber für ein Bild riskiert hat (falls wir hier falsch informiert sind lassen wir uns gerne eines besseren belehren).

Wir haben absolut nichts gegen eine Galerie an sich, wir haben auch nichts gegen Künstler die ihre Leinwände in Galerien ausstellen und wir haben auch nichts gegen Leute die mit ihrer Kunst Geld verdienen möchten. Wir sind jedoch der Meinung dass nicht ein Artstübli (inklusive Stadt die seit Jahren gar nichts für Graffiti macht) darüber entscheiden sollte wie unsere Wände aussehen. Die Stadt und die seit Jahren immer wieder bemalten (und geputzten) Wände gehören uns allen. Graffiti kommt von der Strasse und wird auch immer Strasse sein. Daran werden die Artstübli-Aufträge sicher nichts ändern aber trotz allem sind wir der Meinung dass sich dieses Phänomen „Graffiti gegen Graffiti“ in den letzten Jahren definitiv zu sehr ausgebreitet hat. Organisiert Wände für alle und nicht nur für einen kleinen, „elitären“ Kreis.

Graffiti ist ein Ehrenamt…

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